Die Norres Baggerman Group gibt für ihre Schläuche entsprechende Druckwerte an. Einen einheitlichen ISO-Standard für die je nach Schlauchart maßgebenden Druckwerte und Prüfmethoden gibt es jedoch nicht. Zudem geben zahlreiche Hersteller nicht an, welche Prüfmethode angewendet wurde oder wie die ausgewiesenen Über- und Unterdruckwerte zu interpretieren sind. Für Anwender ist es daher schwierig und teilweise nicht möglich, die Katalogangaben verschiedener Hersteller direkt miteinander zu vergleichen.

Diese Informationsseite gibt einen Überblick über die unterschiedlichen genormten Prüfmethoden und die maßgebenden Druckwerte in Abhängigkeit von der jeweiligen Schlauchart.

Die einschlägigen Normen sind:

  1. DIN EN ISO 1402:2021-08
    Die Norm legt unter anderem Verfahren für die hydrostatische Prüfung von Gummi- und Kunststoffschläuchen sowie Schlauchleitungen fest. Dazu zählen beispielsweise die Ermittlung der Längenänderung bei einem festgelegten Prüfdruck, sowie die Bestimmung des Berstdrucks, also des Drucks, bei dem der Schlauch oder die Schlauchleitung platzt.
  2. DIN 26057:2026-04
    Die Norm bezieht sich auf Spiralschläuche aus thermoplastischem Polyurethan (TPU) mit Stahldrahtverstärkung für Granulate und pulverförmige Stoffe. Sie beschreibt unter anderem den Ablauf der Prüfung der Überdruck- und Vakuumfestigkeit.
  3. DIN EN ISO 7751:2017-06
    Die Norm legt für Gummi – und Kunststoffschläuche sowie Schlauchleitungen die Verhältnisse von Prüf- und Mindestberstdruck zum maximalen Betriebsdruck fest.

Druckwerte und Schlaucharten

Prüfung von AIRDUC®- und PROTAPE®-Schläuchen aus TPU

Norres Baggerman gibt für AIRDUC®- und PROTAPE®-Schläuche aus TPU Über- und Unterdruckwerte gemäß DIN 26057 in den Datenblättern an. Zusätzlich werden in einigen Fällen Druckwerte in Klammern ausgewiesen. Diese geben den Überdruck bei Kurzzeitbelastung mit 25 % bzw. 50 % Dehnung sowie Vakuumwerte für ca. 1 m lange, axial fixierte Schlauchlängen nahe dem Kollabieren an.  Vergleichbare Angaben werden auch von anderen Herstellern verwendet.

Messung des Druckwiderstandes gemäß DIN EN ISO 1402 und DIN 26057:

  • Prüfeinrichtung: Als Druckerzeuger dient eine Einrichtung, die einen Mediendruck von mindestens 6 bar erzeugt. Als Probekörper wird eine Schlauchlänge verwendet, die zwischen den Schlauchstutzen bzw. Armaturen eine freie Länge von 1.000 mm aufweist.
  • Konditionierung: Die Prüfung darf frühestens 24 Stunden nach Fertigung der Schlauchlänge durchgeführt werden. Die Probekörper müssen vor Prüfungsbeginn mindestens drei Stunden bei Raumtemperatur konditioniert werden.
  • Durchführung: Die Probekörper werden in die Prüfvorrichtung eingespannt. Dazu werden die Schlauchenden auf die Stutzen aufgeschoben mit passenden Schlauchschellen befestigt, ohne den Schlauch zu beschädigen. Die Schlauchschellen müssen den Probekörper sicher und dicht auf den Stutzen fixieren. Die freie Schlauchlänge zwischen den Stutzen muss 1.000 mm betragen. Der Probekörper muss gestreckt und so gerade wie möglich in der Prüfvorrichtung ausgerichtet sein. Die Prüftemperatur muss der Raumtemperatur entsprechen. Als Druckfestigkeit gilt der Druck, der eine Minute lang unverändert ansteht, ohne dass eine Längung des Schlauches von 10 % überschritten wird. Die entsprechenden Druckfestigkeitswerte sind anzugeben. Die Prüfanforderung von maximal 10 % Längung kann dazu führen, dass für Schläuche des Typs 1 bauartbedingt keine Werte ermittelt werden können.
  • Prüfergebnisse: Als Prüfergebnis wird der Überdruck in bar bei einer Schlauchlängung von 10 % angegeben. Zusätzlich weisen wir in einigen Fällen in Klammern Druckwerte für kurzzeitige Belastung mit 25 % bis 50 % Schlauchlängung aus, wie dies auch einige andere Hersteller tun. Vom Einsatz der Produkteunter diesen Bedingungen raten wir jedoch ab.

Messung des Vakuumwiderstandes gemäß DIN 26057:

  • Prüfeinrichtung: Verwendet wird eine Vakuumpumpe für das Prüfmedium Luft, mit der bei gleichmäßiger Evakuierung ein absoluter Druck von 0,2 bar (−0,8 bar Vakuum) erreicht wird. Als Probekörper dient eine Schlauchlänge, die zwischen den Schlauchstutzen eine freie Länge von 1.000 mm aufweist.
  • Konditionierung: Die Prüfung darf frühestens 24 h nach Fertigung der Schlauchlänge durchgeführt werden. Die Probekörper müssen vor Prüfungsbeginn mindestens drei Stunden bei Raumtemperatur konditioniert werden.
  • Durchführung: Der Probekörper wird in die Prüfeinrichtung eingebaut. Dazu wird der Schlauch auf die Prüfstutzen aufgeschoben und mit Schlauchschellen befestigt, ohne ihn zu beschädigen. Der Prüfkörper muss gestreckt und so gerade wie möglich in der Prüfvorrichtung ausgerichtet sein. Der Außendurchmesser der Prüfstutzen entspricht dem Innendurchmesser des Probekörpers. Die Prüfstutzen sind so ausgeführt, dass das Prüfmedium während der Prüfung nicht austreten kann. Ein Prüfstutzen ist starr mit der Prüfeinrichtung verbunden und nicht drehbar. Der andere Prüfstutzen ist drehbar gelagert, sodass eine Verdrehung des Probekörpers während der Prüfung möglich ist. Der Schlitten ist leichtgängig gelagert, somit ist eine Längenänderung des Probekörpers während der Prüfung möglich. Als Vakuumfestigkeit gilt Druck, der eine Minute lang unverändert ansteht, ohne dass eine Kürzung des Schlauches von 10 % nicht überschritten wird. Die entsprechenden Vakuumfestigkeitswerte sind anzugeben. Die Prüfanforderung von maximal 10 % Kürzung kann dazu führen, dass für die Schläuche des Typs 1 bauartbedingt keine Werte ermittelt werden können.
  • Prüfergebnisse: Als Prüfergebnis wird das Vakuum in bar bei einer Schlauchkürzung von 10 % angegeben. Zusätzlich weisen wir in einigen Fällen in Klammern Vakuumwerte für 1 m lange, gerade und axial fixierte Schlauchlängen nahe dem Kollabieren aus, wie dies auch einige andere Hersteller tun. Vom Einsatz der Produkte unter diesen Bedingungen raten wir jedoch ab. Bei einigen PROTAPE®-Schläuchen mit Wandstärken von 0,4 bis 0,6 mm kann die Schlauchkürzung von 10 % bauartbedingt nicht gemessen werden.  In diesen Fällen geben wir empfohlene Betriebsgrenzwerte an.

Prüfung Gummischläuche

Die Norres Baggerman Group prüft Gummischläuche in Anlehnung an die Angaben der DIN EN ISO 7751 und DIN EN ISO 1402:

AnwendungVerhältnis Prüfdruck / maximaler ArbeitsdruckVerhältnis Berstdruck / maximaler Arbeitsdruck
Schlauch für Wasser, alle weiteren Flüssigkeiten oder schwebende Feststoffe in Flüssigkeiten oder Luft1,53,0
Schlauch für Dampf5,010,0

Der Arbeitsdruck kann dem Standardaufdruck des Schlauchs entnommen werden. Bei allen anderen Schlaucharten handelt es sich bei den angegebenen Druckwerten um empfohlene Betriebsgrenzwerte bei 20 °C.

Haben Sie Fragen zu Druckwerten oder den dazu gehörigen Messverfahren?
Das Kompetenz-Team der Norres Baggerman Group unterstützt Sie gerne!

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